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Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD wird zunehmend komplexer. Von einer Aufhebung des bullischen Abschnitts des Trends (unterer Chart), der im Januar letzten Jahres begonnen hat, kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Das Wellenmuster des Trends hat allerdings eine korrektive Form angenommen. Langfristig ist mit der Entwicklung der Welle C zu rechnen, deren Tief unter dem Tief der Welle A erwartet wird. Derzeit liegt das Tief der Welle C unter dem Tief der Welle A, sodass Welle C jederzeit abgeschlossen sein könnte oder möglicherweise bereits abgeschlossen ist. Sollte sich jedoch das fundamentale Umfeld zugunsten des Dollars entwickeln, könnte sich diese Welle zu einer weiter ausgedehnten Struktur entwickeln.
In der niedrigeren Zeitebene lässt sich eine klassische fünfteilige Abwärtsstruktur erkennen. Wenn diese Annahme zutrifft, befindet sich Welle 4 derzeit in der Entwicklung, während Welle 3 eine fünfwellige Struktur ausgebildet hat. Sobald diese Struktur beendet ist, könnte das Währungspaar beginnen, eine aufwärtsgerichtete Wellenfolge auszubilden. Gemäß der aktuellen Zählung hat sich die Welle 5 jedoch noch gar nicht zu entwickeln begonnen. Daher könnte der Euro weiter in den Bereich um 1,1300 oder noch tiefer fallen.
Das Paar EUR/USD veränderte sich auch am Mittwoch während der Handelssitzung kaum. Eine Stunde nach Veröffentlichung des US-Inflationsberichts betrug die gesamte Handelsspanne lediglich 15 Punkte. Mit anderen Worten: Die Marktteilnehmer fanden im Inflationsbericht nichts, was für ihre Handelsentscheidungen von Bedeutung gewesen wäre. Die Reaktion auf den Bericht war äußerst schwach, und der Markt zeigt weiterhin vor allem eines – einen vollständigen Mangel an Bereitschaft, sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Diese Situation beginnt ungewöhnlich zu wirken.
Der US‑Dollar hatte heute Glück. Obwohl die US‑Inflation den Markterwartungen entsprach, ist sie dennoch den zweiten Monat in Folge gesunken. Folglich nähert sich die Wahrscheinlichkeit einer Straffung der Geldpolitik durch die Fed im September der Null. Vor diesem Hintergrund hätte die Nachfrage nach der US‑Währung deutlich stärker zurückgehen können. Dennoch gelang es EUR/USD nicht einmal, das Hoch vom 7. August zu überschreiten, das nur 30 Basispunkte entfernt liegt. Daher wirkt Welle 4 von C weiterhin abgeschlossen, die aktuelle Wellenstruktur bleibt intakt, und das Paar könnte nach wie vor beginnen, die abwärtsgerichtete Welle 5 von C auszubilden.
Ist in naher Zukunft mit einer Stärkung der US‑Währung zu rechnen? Auf Basis der neuesten Konjunkturdaten: nein. Sämtliche der wichtigsten US‑Wirtschaftsberichte fielen schwach aus und deuten nicht auf eine weitere Aufwertung des Dollars hin. Derzeit könnten nur geopolitische Faktoren die US‑Währung stützen. Die geopolitische Lage bleibt konstant negativ, hat sich jedoch nicht deutlich verschlechtert. Sollte Donald Trump beschließen, neue Angriffe gegen den Iran zu starten, oder sollte der Iran die Huthis auffordern, die Bab al‑Mandab‑Straße zu blockieren, könnte dies einen starken Anlass für den Markt bieten, das Währungspaar zu verkaufen. Damit meine ich, dass der US‑Dollar in den kommenden Wochen durchaus steigen könnte, doch angesichts des aktuellen fundamentalen Umfelds wäre ein solches Szenario schwer zu erwarten. Wahrscheinlicher ist, dass die Wellenzählung gewisse Veränderungen erfahren wird.
Auf Basis meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Paar weiterhin in einem bullischen Abschnitt des Trends (unterer Chart) befindet, während es kurzfristig in einem bärischen Abschnitt des Trends verbleibt. Meiner Ansicht nach ist dies ein sinnvoller Zeitpunkt, um über den Aufbau von Long-Positionen nachzudenken, doch das Paar könnte im Rahmen der Welle 5 von C dennoch bis in den Bereich von 1,1300 fallen. Die Wellenanalyse führt häufig zu unerwarteten Entwicklungen, daher würde ich meinen Fokus bereits jetzt zunehmend auf Kaufgelegenheiten verlagern.
In der höheren Zeitebene ist ein bullischer Abschnitt des Trends sichtbar, an den sich die Entwicklung einer korrektiven Wellenstruktur angeschlossen hat. In naher Zukunft ist mit einer Entwicklung der Welle C in Richtung der Ziele um 1,1352 zu rechnen, was dem 38,2%-Fibonacci‑Niveau entspricht. Sobald die A‑B‑C‑Struktur abgeschlossen ist, könnte sich ein neuer, langfristiger Aufwärtstrend auszubilden beginnen.
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