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Gestern hat der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, das Lager der Falken innerhalb der Fed gestärkt, indem er offen bezweifelte, dass der aktuelle Inflationsanstieg nur vorübergehend ist. „Wir stehen vor einem Inflationsproblem, das deutlich über dem Ziel liegt und sich in die falsche Richtung bewegt“, sagte er in einem Interview am Montag.
Der Kernpunkt seiner Ausführungen war die Frage nach der Art der Inflation. Goolsbee sagt, die Federal Reserve müsse genau feststellen, ob nur vorübergehende Schocks – wie Zölle und kriegsbedingte höhere Energiepreise – die Preise nach oben treiben. Aus demselben Grund hat kürzlich übrigens auch die Europäische Zentralbank die Zinsen angehoben.
Besonders besorgt ist er über den Anstieg der Dienstleistungsinflation, der nicht direkt mit diesen Schocks zusammenhängt. Wie er anmerkte, ist die Inflation im Dienstleistungssektor oft am hartnäckigsten, weil sie eher mit den Löhnen als mit Schwankungen bei Rohstoffen verknüpft ist. Es deutet sich an, dass das Risiko von Zweitrundeneffekten zu einer gemeinsamen Sorge der Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks wird.
Der Kontext von Goolsbees Äußerungen verstärkt sein Signal. In der vergangenen Woche beließ die Fed den Leitzins unverändert, doch aktualisierte Prognosen zeigten, dass fast die Hälfte der FOMC-Mitglieder in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung erwartet. Die Inflation hat das 2%-Ziel seit mehr als fünf Jahren verfehlt und sich im Mai auf den höchsten Stand seit über drei Jahren beschleunigt, nachdem der Krieg im Iran die Energiepreise in die Höhe getrieben und damit die Lohnzuwächse in den USA kompensiert hatte. Je länger dieser Druck anhält, desto lauter werden die Stimmen, die argumentieren, dass das derzeitige Zinsniveau nicht ausreicht.
Besondere Aufmerksamkeit verdient Goolsbees Haltung zum neuen operativen Ansatz der Fed. Er unterstützte Kevin Warshs Vorgehen, den Umfang der Forward Guidance zum künftigen Zinsverlauf zu verringern, und argumentierte, dass falsche Prognosen über die Konjunktur das Vertrauen in die Notenbank untergraben können. Das ist ein grundlegender Wandel in der Kommunikationsphilosophie der Fed. Warshs erste geldpolitische Sitzung in der vergangenen Woche stand bereits in diesem Zeichen, und der neue Vorsitzende kündigte die Einrichtung von fünf Arbeitsgruppen zu zentralen Politikfeldern an, darunter Kommunikation und Bilanz.
Für den Dollar ist dies eine Unterstützung; für Risikoanlagen stellt es ein erhebliches Problem dar. In dieser Woche wird der PCE-Index – das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß – veröffentlicht; eine Beschleunigung würde Goolsbee und gleichgesinnten Ausschussmitgliedern nur Recht geben.
Technischer Ausblick für EUR/USD
Käufer müssen nun das Niveau von 1,1450 behaupten. Erst dann wäre ein Test von 1,1480 möglich. Von dort aus ist ein Anstieg in Richtung 1,1530 denkbar, wobei dies ohne Unterstützung durch große Marktteilnehmer schwierig sein dürfte. Fällt das Währungspaar, erwarte ich bei etwa 1,1420 ausgeprägtes Kaufinteresse. Sollten dort keine Käufer auftreten, wäre es besser, auf ein neues Tief bei 1,1380 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1345 zu eröffnen.
Technischer Ausblick für GBP/USD
Die Käufer des Pfunds müssen zunächst den unmittelbaren Widerstand bei 1,3270 überwinden. Erst dann würde sich der Weg zur Marke von 1,3300 öffnen, deren Durchbruch sich als recht schwierig erweisen dürfte. Das weiter entfernte Ziel liegt im Bereich von 1,3325. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, die Kontrolle über das Niveau von 1,3225 zu erlangen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne den Bullen einen schweren Schlag versetzen und GBP/USD auf etwa 1,3180 drücken, mit einem möglichen weiteren Rückgang bis 1,3140.
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