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Das Währungspaar EUR/USD verlor am Mittwochabend und im Verlauf des Donnerstags rund 150 Pips. Am Mittwochabend kam es zu einem Einbruch von 120 Pips, gefolgt von einer leichten Erholung und anschließend einem weiteren Rückgang. Was hat einen derart starken Rückgang des Euro und einen so kräftigen Anstieg des US-Dollars ausgelöst? Schauen wir es uns genauer an.
Ganz einfach gesagt: Die Federal Reserve erhöhte ihre Inflationsprognosen für 2026 von 2,7 % auf 3,6 %, strich jede Erwähnung einer Lockerung der Geldpolitik aus dem Abschlusskommuniqué, und die Hälfte des FOMC-Komitees signalisierte über den „Dot Plot“ ihre Bereitschaft zu mindestens einer Zinserhöhung bis zum Jahresende. Zudem prognostizierte ein Drittel der Komiteemitglieder zwei oder mehr Zinserhöhungen bis zum Jahresende. Auffällig war, dass Kevin Warsh auf eine eigene Prognose verzichtete.
Was hatte der Markt im Vorfeld der Fed-Sitzung erwartet? Expertenprognosen deuteten klar darauf hin, dass angesichts eines Anstiegs der Inflation auf 4,2 % das Basisszenario für Ende 2026 eine Zinserhöhung um 0,25 % vorsah. Genau das teilte die Fed den Tradern am Mittwochabend mit. Wo lag also der Widerspruch? Der Markt hatte die Ankündigung einer Straffung erwartet und bekam sie auch. Unserer Ansicht nach liegt der Kern in jenem Drittel des FOMC-Komitees, das zwei oder mehr Zinserhöhungen prognostizierte. Der Markt zog zu Recht den Schluss, dass, wenn vor drei Monaten noch die Mehrheit der Fed-Offiziellen einer Zinssenkung offen gegenüberstand und nun bereits die Hälfte des Komitees eine Straffung unterstützt, es in weiteren drei Monaten durchaus möglich ist, dass die Mehrheit zwei oder mehr Zinserhöhungen um 0,25 % befürwortet. Anders ausgedrückt: Der „hawkishe“ Kurs innerhalb der Fed hat sich nicht nur verstärkt, er nimmt aktuell weiter zu. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.
Damit müssen wir anerkennen, dass die Ergebnisse der Fed-Sitzung „hawkisher“ ausfielen als erwartet, und selbst Kevin Warsh betonte auf der Pressekonferenz, dass Preisstabilität in den USA das vorrangige Ziel der Zentralbank ist. Interessant ist die Frage, wie Donald Trump auf eine Zinserhöhung reagieren wird. Zur Erinnerung: Eine zentrale Bedingung für Warshs Ernennung zum Fed-Vorsitzenden war seine Bereitschaft, den Vorgaben des Weißen Hauses zu folgen. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder das Weiße Haus und die Fed gehen davon aus, dass das Ende des Kriegs im Nahen Osten zu einer Abschwächung der Inflation führen wird und eine Zinserhöhung in diesem Fall möglicherweise nicht notwendig ist, oder aber die Inflation wird rasch wieder auf Werte nahe dem Zielkorridor zurückgeführt, woraufhin der Zyklus der geldpolitischen Lockerung wieder aufgenommen werden könnte.
Trump kann unmöglich übersehen, dass es unter den derzeitigen Bedingungen schlicht unmöglich ist, die Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu halten, ohne einen weiteren Inflationsschub zu riskieren. Ein rasches Ende des Kriegs im Nahen Osten (gestern wurde berichtet, dass das Abkommen mit dem Iran auf Distanz unterzeichnet wurde) könnte jedoch darauf hindeuten, dass Donald Trump entschlossen ist, den Krieg um jeden Preis zu beenden. Diese Dringlichkeit ergibt sich daraus, dass die Kongresswahlen näher rücken, die Inflation auf 4,2 % gestiegen ist und die Fed nun gezwungen ist, den Leitzins entgegen den Wünschen des amerikanischen Präsidenten anzuheben. In der Folge wird sich die US-Wirtschaft abkühlen – etwas, das Trump mit Sicherheit nicht will.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD über die letzten fünf Handelstage beträgt zum 19. Juni 68 Pips und gilt als „durchschnittlich“. Wir erwarten, dass sich das Paar am Freitag zwischen 1,1397 und 1,1533 bewegt. Der obere lineare Regressionkanal verläuft inzwischen seitwärts, was darauf hindeutet, dass der Abwärtstrend noch nicht abgeschlossen ist. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten, was auf ein mögliches Ende der Korrektur hinweist, und bereitet sich nun darauf vor, eine „bullische“ Divergenz auszubilden.
Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Abwärtsbewegung fort, die im Rahmen eines globalen Aufwärtstrends als Korrektur angesehen wird. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ, doch im Jahr 2026 sorgten zunächst die Geopolitik und später die restriktive Haltung der Fed für starke Unterstützung der US‑Währung. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1414 und 1,1397 in Betracht gezogen werden. Oberhalb des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1597 und 1,1658 relevant. Das Ende des Konflikts im Nahen Osten hat für den Dollar keine Probleme verursacht. Die Bären zeigen sich derzeit deutlich stark, doch auf dem Tages-Chart hält die Seitwärtsbewegung an, und das Aufwärtspotenzial des Dollars ist begrenzt.
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