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15.09.202609:50 Analytische Bewertungen Forex: Die Fed hat noch nicht entschieden, aber Gold wird bereits abgestraft

Relevance up to 07:00 2026-09-16 UTC+00

Gestern fiel Gold um 2,2 Prozent und rutschte unter 4.300 US‑Dollar je Unze, nachdem Angebotsunterbrechungen aus dem Nahen Osten die Wahrscheinlichkeit einer Serie von Zinserhöhungen der Federal Reserve in diesem Jahr erhöht hatten. Die richtungsweisenden Rohöl-Futures stiegen auf über 109 US‑Dollar je Barrel und verschärften die Inflationssorgen im Vorfeld der Fed-Entscheidung in dieser Woche. Die Renditen von US-Staatsanleihen und der Dollar-Index legten zusammen mit dem Ölpreis zu und bauten damit den Hauptdruck auf Gold auf, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.

Exchange Rates 15.09.2026 analysis

Die Erwartung, dass hohe Energiekosten in die Kerninflation einsickern werden, hat die Fed zu ihrer ersten Zinserhöhung seit drei Jahren veranlasst, und Händler preisen bereits eine Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent für einen solchen Schritt in dieser Woche ein. Eine Zinserhöhung stärkt den Dollar, der mit steigenden Renditen an Wert gewinnt, und belastet Gold, dessen Nachfrage sinkt, wenn Geld teuer ist. Der Markt hat das Zinsrisiko zum großen Teil bereits eingepreist, doch falls es sich realisiert, gerät Gold zusätzlich unter Druck. Bleiben die Zinsen dagegen unverändert – unabhängig davon, ob sich die Fed eher „hawkish“ oder „dovish“ äußert – würden die Realrenditen sinken und neue Sorgen über die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik und eine mögliche Währungsentwertung aufkommen, was Gold zugutekäme.

Seit Anfang August, als Gold von einem Tiefstand nahe 4.000 Dollar je Unze nach oben drehte, wurde das Metall überwiegend um 4.400 Dollar gehandelt, während der Markt seine Erwartungen an die Fed-Politik immer wieder anpasste. Deshalb wirkt der aktuelle Rückgang eher wie eine Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends als wie ein Trendbruch, zumal viele Investoren Gold weiterhin als traditionellen defensiven Wert ansehen. Selbst bei einem Zinsschritt dürfte Gold mittelfristig Unterstützung behalten.

Meiner Ansicht nach ist am Mittwoch der entscheidende Punkt für Gold weniger der Beschluss selbst als vielmehr der Ton der Fed: Der Markt hat eine Zinserhöhung fast vollständig eingepreist, daher wird das Metall weniger auf die Tatsache des Zinsschritts reagieren als darauf, wie „hawkish“ oder „dovish“ sich die Stellungnahme zum weiteren Kurs anhört. Fällt der Ton mindestens moderat „dovish“ aus, könnte der Verkaufsdruck bei Gold rasch nachlassen und der Preis in Richtung 4.400 Dollar zurückkehren. Eine klar „hawkishe“ Ausrichtung birgt dagegen das Risiko, das Metall auf neue lokale Tiefstände unter 4.200 Dollar zu drücken.

Exchange Rates 15.09.2026 analysis

Was das aktuelle technische Bild betrifft, müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.304 $ überwinden. Dadurch würde sich ein Ziel bei 4.372 $ eröffnen, oberhalb dessen ein Ausbruch schwierig sein wird. Das entfernteste Ziel liegt im Bereich von 4.424 $. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, die Kontrolle bei 4.249 $ zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Position der Bullen erheblich schwächen und Gold in Richtung des Tiefs bei 4.186 $ drücken, mit der Aussicht auf eine Ausweitung bis 4.124 $.

*The market analysis posted here is meant to increase your awareness, but not to give instructions to make a trade.

Miroslaw Bawulski,
Analytical expert of InstaSpot
© 2007-2026
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