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Während irgendwo Krieg geführt wird, profitiert anderswo jemand davon. Während der Nahe Osten in eine neue Eskalationsrunde hineinrutscht, steuert der Greenback auf seine beste Woche seit einem Monat zu. Der US‑Dollar notiert in der Nähe seines höchsten Stands seit Anfang Juli. Händler zahlen für Absicherung im Vorfeld der Fed‑Sitzung, und wie so oft fließt Geld in den sicheren Hafen.
Donald Trump sagte, er erwäge einen „massiven Angriff“ auf den Iran, um Teheran zu einem Deal zu zwingen, und erklärte, die Islamische Republik habe „noch nicht genug Schmerz gespürt“. Die Huthis reagierten mit Berichten über Angriffe auf saudische Tanker, die Straße von Hormus ist faktisch geschlossen, und der Ölpreis ist erstmals seit langer Zeit wieder über 100 US‑Dollar je Barrel gestiegen. Goldman Sachs erklärt, der US‑Dollar werde zunehmend zu einer Art Trennlinie zwischen Netto‑Öl‑Exporteuren und ‑Importeuren, und diese Spaltung werde nach und nach an den Devisenmärkten eingepreist.
Doch nicht nur die Geopolitik bewegt EUR/USD. Die Zinsvolatilität rückt in den Vordergrund. Die Rendite 10‑jähriger US‑Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit Januar 2025 gestiegen. Am Terminmarkt wird derzeit eine Chance von grob eins zu drei für eine Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte in der kommenden Woche eingepreist. In einer Bloomberg‑Umfrage unter 80 Ökonomen wird nach wie vor mit einer Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte gerechnet, allerdings erst im dritten Quartal 2027 – ein Quartal später als noch vor einem Monat prognostiziert. Die Diskrepanz zwischen Marktbewertungen und den Prognosen der Ökonomen tritt immer deutlicher zutage.
Unterdessen hat Washington im Handelskrieg weiter Öl ins Feuer gegossen: Die USA verhängen Zölle von 10–12,5 % auf Importe aus den meisten wichtigen Partnerländern als Reaktion auf die Entscheidung des Supreme Court, frühere Zölle aufzuheben.
Dynamik der europäischen Unternehmensaktivität
Auf den ersten Blick gibt es für den Euro Grund zum Optimismus. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) der Eurozone ist im Juli unerwartet auf 51,9 gestiegen – der erste Wert über der Schwelle von 50 seit März. Deutschland verzeichnete nach drei Monaten des Rückgangs eine Erholung, und Frankreich meldete seine geringste Kontraktion seit Februar. S&P Global sprach von einer „längst überfälligen Belebung“ der Aktivität.
Trotzdem könnte die Euphorie nur von kurzer Dauer sein. Ein neuer Aufflackern des Konflikts im Nahen Osten und steigende Ölpreise könnten die Wirtschaft des Euroraums wieder in eine Schwächephase zurückwerfen, noch bevor der zarte Aufschwung an Fahrt gewinnt.
So profitiert der US‑Dollar derzeit gleichzeitig von seinem Status als sicherer Hafen, seiner Rolle als Absicherung gegen einen Einbruch des S&P 500 und von einem Anstieg der Renditen US‑amerikanischer Staatsanleihen. Die einzige Munition des Euro sind positive Konjunkturdaten – die den nächsten Schlag aus dem Nahen Osten jedoch möglicherweise nicht überstehen. Wie lange können geopolitische Risiken den Greenback auf diesem Niveau halten?
Aus technischer Sicht testet EUR/USD im Tageschart erneut die Untergrenze der Fair‑Value‑Spanne von 1,138–1,145. Gelingt den Bären der Durchbruch, steigen die Risiken einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends, was Verkaufssignale liefern würde. Umgekehrt wäre eine Erholung von der Unterstützung bei 1,138 ein Auslöser für den Aufbau von Long‑Positionen.
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