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19.06.202600:47 Analytische Bewertungen Forex: USD/JPY: Warum der Yen schwächer wird und sind Long-Positionen relevant?

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Das Währungspaar USD/JPY erreichte am Donnerstag nahezu ein Zweijahreshoch vor dem Hintergrund einer allgemeinen Stärke des US-Dollars und einer gleichzeitigen Schwäche des Yen. Die Trader nähern sich der Marke von 161 mit großem Selbstvertrauen.

Exchange Rates 19.06.2026 analysis

Auf Seiten des Dollars stehen die „hawkishen“ Signale der Federal Reserve und die robusten makroökonomischen Daten, die in den vergangenen Wochen in den USA veröffentlicht wurden. Der Yen hingegen steht unter dem Druck mehrerer fundamentaler Faktoren. An erster Stelle ist hier der anhaltende Zinsabstand zwischen den USA und Japan zu nennen, der weiterhin Carry-Trade-Geschäfte begünstigt. Darüber hinaus setzt die vorsichtige Haltung der Bank of Japan zusätzlichen Druck auf die japanische Währung. Marktteilnehmer stehen zudem der Wirksamkeit von Währungsinterventionen der japanischen Behörden skeptisch gegenüber: Frühere Versuche, die Yen-Schwäche zu stoppen, führten lediglich zu kurzfristigen (wenn auch deutlichen) Korrekturen, ohne den langfristigen Aufwärtstrend des USD/JPY-Paares zu verändern.

Beginnen wir mit der BoJ-Sitzung im Juni, die in einem Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 1,0 % mündete (dem höchsten Niveau seit 1995). Auf den ersten Blick entstand hier eine paradoxe Situation: Trotz der Straffung der geldpolitischen Parameter konnte der Yen nicht zulegen, sondern geriet kurze Zeit später sogar unter zusätzlichen Druck.

Eine solche Reaktion erklärt sich durch die Art der Kommentare der BoJ-Vertreter zu den weiteren geldpolitischen Perspektiven sowie durch den Ton der begleitenden Erklärung. Mit anderen Worten – wie so oft in solchen Situationen – „steckt der Teufel im Detail“.

Trotz der Zinserhöhung hielt die Zentralbank an einer vorsichtigen Rhetorik hinsichtlich ihrer nächsten Schritte fest. Der Markt erhielt keinerlei Signale dafür, dass die Notenbank bereit wäre, das Tempo der geldpolitischen Straffung zu erhöhen. Im Gegenteil: Unter den Ratsmitgliedern bestehen weiterhin Sorgen über die Auswirkungen externer Risiken auf die Wirtschaft, was darauf hindeutet, dass die Normalisierung der Geldpolitik voraussichtlich schrittweise und sehr langsam verlaufen wird.

Es ist zudem bemerkenswert, dass die abschließende Pressekonferenz nicht vom BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda (der wegen eines Krankenhausaufenthalts der Sitzung fernblieb), sondern von seinem Stellvertreter Shinichi Uchida abgehalten wurde. Dies wirkte sich auf die Kommunikation aus: Er blieb vage, vermied konkrete Angaben und verzichtete darauf, einen Zeitplan für die nächsten Schritte zu nennen; er erklärte lediglich, die Zentralbank werde die wirtschaftlichen Daten weiterhin beobachten.

Außerdem nahmen Marktteilnehmer die Diskussionen über das Programm zur Verringerung der Staatsanleihekäufe genau zur Kenntnis. Vor der Juni-Sitzung waren in den Medien Möglichkeiten einer Verlangsamung des Quantitative Tightening (QT) oder sogar einer vorübergehenden Pause beim Abbau der Bilanz thematisiert worden. Allein die Tatsache solcher Überlegungen hat den Eindruck verstärkt, dass die BoJ zu den vorsichtigsten Notenbanken unter den Industrieländern zählt.

Letztlich sorgt auch der nach wie vor bestehende Zinsabstand zwischen den USA und Japan für zusätzliche Unterstützung des Anstiegs von USD/JPY. Selbst nach der Zinserhöhung der BoJ auf 1,0 % im Juni liegt der Abstand weiterhin bei rund 250–275 Basispunkten (bei einer Fed-Zinsspanne von 3,5–3,75 %), was die Carry-Trade-Aktivität weiter anregt. Der Yen bleibt eine der günstigsten und am leichtesten zugänglichen Finanzierungswährungen für derartige Strategien.

Darüber hinaus begann der Markt nach der Juni-Sitzung des FOMC, die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung in den USA bis zum Jahresende (angesichts des aktualisierten Dot Plots) einzupreisen. Das bedeutet, dass sich der Zinsabstand noch weiter vergrößern könnte und Carry-Trades attraktiv bleiben – mit entsprechend anhaltendem Druck auf die japanische Währung.

Mit anderen Worten: Das derzeitige fundamentale Umfeld spricht für eine weitere Aufwärtsbewegung von USD/JPY. Damit erscheinen Long-Positionen in diesem Währungspaar plausibel und gerechtfertigt. Es gibt jedoch ein bedeutendes „Aber“: das Risiko von Währungsinterventionen. Zur Erinnerung: Im April griffen die japanischen Behörden in den Markt ein, als das Paar die Marke von 160,70 überschritt. Der Kurs nähert sich aktuell der Spanne der 161er-Marke, wodurch das Risiko erneuter Interventionen steigt.

Es ist anzunehmen, dass bei einem klaren Überschreiten der Marke von 161,00 im USD/JPY eine Reaktion der japanischen Aufsichtsbehörden folgen wird – sei es in Form verbaler oder direkter Intervention. Daher erscheinen Long-Positionen auf dem aktuellen Niveau riskant, da ein technischer Einbruch des Paares einen Rückgang von 200 bis 500 Pips innerhalb weniger Stunden oder sogar Minuten auslösen könnte.

Nach einem solchen Rückgang könnte das Kaufinteresse jedoch tatsächlich wieder zunehmen: Frühere Erfahrungen mit Währungsinterventionen zeigen, dass das Paar am Tag einer Intervention der japanischen Behörden häufig aggressiv zurückgekauft wird. Mit anderen Worten: Long-Positionen in diesem Paar bleiben interessant, jedoch vorzugsweise erst, nachdem Tokio – verbal oder durch konkrete Maßnahmen – auf die Situation reagiert hat.

*The market analysis posted here is meant to increase your awareness, but not to give instructions to make a trade.

Irina Manzenko,
Analytical expert of InstaSpot
© 2007-2026
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