Eine Legende im InstaSpot Team!
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Das Währungspaar USD/JPY hat nur verhalten auf die Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten reagiert. Trotz der allgemeinen Abschwächung des US-Dollars ist das Paar lediglich um 30 Pips gefallen und hat dabei das lokale Tief vom Montag bei 159,75 aktualisiert. Allerdings machten die Käufer von USD/JPY nur wenige Stunden nach Erreichen dieses Niveaus sämtliche zuvor verlorenen Positionen wieder wett. Das Paar ist auf das Niveau von 160 zurückgekehrt.
Bemerkenswert ist, dass sich diese Situation im Vorfeld der Bekanntgabe der Ergebnisse der Juni-Sitzung der Bank of Japan entwickelt hat. Die überwiegende Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die Zentralbank am Dienstag den Leitzins trotz der sich abschwächenden Inflation in Tokio und landesweit um 25 Basispunkte anheben wird.
Man könnte annehmen, dass der Markt ein „hawkishes“ Ergebnis der Juni-Sitzung bereits eingepreist hat – weshalb die Strategie „buy the rumor…“ faktisch an Relevanz verloren hat. Zumal die Wahrscheinlichkeit eines hawkischen Szenarios bereits im vergangenen Frühjahr deutlich zugenommen hat: Am Ende der Aprilsitzung sprachen sich drei Mitglieder des Rats der Bank für eine sofortige geldpolitische Straffung aus.
Meiner Ansicht nach bildet eine derart offensichtliche Erklärung jedoch nicht die ganze Komplexität der Lage ab.
Erstens wirken die Inflationsdynamiken weiterhin gegen den Yen und liefern damit keine Grundlage für die Erwartung eines aggressiven Straffungszyklus. Wie bereits erwähnt, zeigt die Kerninflation sowohl im Ballungsraum als auch landesweit Anzeichen einer Abschwächung. Der Kernverbraucherpreisindex in Tokio (ohne frische Lebensmittel) stieg im Mai im Jahresvergleich nur um 1,3 %, nach einem Plus von 1,5 % im Vormonat. Dieser Indikator befindet sich nun den sechsten Monat in Folge auf einem Abwärtspfad und liegt deutlich unter dem Zielniveau der BoJ. Auch der landesweite Wert verliert an Dynamik. Im April verlangsamte sich der japanische Kern-VPI auf 1,4 % im Jahresvergleich, nach 1,8 % im Monat zuvor. Gleichzeitig fiel der Core-Core-VPI, der sowohl Lebensmittel als auch Energie ausklammert, auf 1,9 % im Jahresvergleich und damit auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren.
Dies ist der entscheidende Punkt: Würde die BoJ die Zinsen in einem Umfeld steigender Inflation anheben, könnten Investoren mit einer Serie aufeinanderfolgender Zinsschritte rechnen. Das würde dem Yen eine nachhaltige Unterstützung verleihen. Die aktuelle Situation ist jedoch eine andere: Die Zentralbank ist gezwungen, die Zinsen in einem Umfeld nachlassender Inflation anzuheben – sowohl auf nationaler Ebene als auch in der Hauptstadt. Zudem wird die Notenbank voraussichtlich die graduelle Natur weiterer Schritte betonen. Daher dürfte der Markt den Zinsschritt im Juni eher als einmalige Fortsetzung der geldpolitischen Normalisierung interpretieren, nicht als Beginn eines aggressiven Straffungszyklus. Händler werden zu dem plausiblen Schluss kommen, dass die künftigen Maßnahmen der Zentralbank von äußerster Vorsicht geprägt sein werden.
Außerdem bleibt der Zinsabstand zwischen Japan und den USA weiterhin deutlich. Selbst nach einem Anstieg auf 1,0 % liegt der japanische Leitzins noch immer erheblich unter dem US-Niveau, was die Attraktivität von Carry-Trade-Geschäften aufrechterhält und die Nachfrage nach dem Yen begrenzt.
Ein weiteres Argument für ein „dovishes Hike“ der BoJ nach der Juni-Sitzung ist die Hospitalisierung von Kazuo Ueda wegen einer Infektion infolge einer Leberzyste, wodurch er der Sitzung fernbleiben wird. Es ist das erste Mal seit 1998, dass der Präsident der BoJ einer regulären Sitzung fernbleibt.
Die Befugnisse des amtierenden Zentralbankchefs werden auf zwei seiner Stellvertreter verteilt. Den Vorsitz der Sitzung führt sein Stellvertreter Ryozo Himino (bei Stimmengleichheit im Rat hat er die entscheidende Stimme). Die traditionelle Zusammenfassung auf der anschließenden Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung wird vom anderen Stellvertreter, Shinichi Uchida, präsentiert.
Einerseits wird die vorübergehende Abwesenheit des Zentralbankchefs die Pläne für eine Zinserhöhung nicht durchkreuzen, da sich im Rat bereits ein Konsens herausgebildet hat. Andererseits ist seine Abwesenheit weniger für die Entscheidung selbst bedeutsam als für die Kommunikation der künftigen Absichten der Notenbank. In Uedas Abwesenheit dürften seine Stellvertreter die neutralste, vorsichtigste und „sicherste“ Wortwahl bevorzugen, sodass der Markt weniger klare Signale über das Tempo der weiteren geldpolitischen Normalisierung erhält. Übermäßige Vorsicht in der Rhetorik der Stellvertreter könnte von den Märkten als indirektes Signal einer weicheren Haltung gewertet werden.
Damit deutet der übergeordnete fundamentale Hintergrund darauf hin, dass die BoJ auf der Juni-Sitzung voraussichtlich ein Szenario eines „dovish Hike“ umsetzen wird. Mit anderen Worten: Die Zinserhöhung wird ein einmaliger, „normalisierender“ Schritt sein und nicht den Beginn eines anhaltenden Straffungszyklus markieren.
All dies spricht dafür, dass südliche Kursimpulse beim Währungspaar USD/JPY sinnvoll genutzt werden können, um Long-Positionen zu eröffnen, wobei Gewinnmitnahmen im Bereich der Unterstützung bei 160,50 ratsam sind (obere Bollinger-Band-Linie im D1-Chart), wo das Risiko von Währungsinterventionen der japanischen Behörden steigt.
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