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Bitcoin und Ethereum bewegen sich nach einem starken Kurssprung seit mehreren Wochen in Seitwärtskanälen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der im vergangenen Jahr begonnene Abwärtstrend bereits beendet ist. Im Tageschart ist Bitcoin in einer Spanne zwischen 60.000 und 82.500 US-Dollar gefangen, während der Wochenchart nach wie vor einen Abwärtstrend zeigt. Unabhängig davon, was andere behaupten, gehen wir daher nicht davon aus, dass bereits ein neuer Bullenmarkt begonnen hat. Zur Erinnerung: Die meisten Analysten beziehen sich weiterhin auf den Vierjahreszyklus, dem zufolge Bitcoin seine Abwärtskorrektur in diesem Herbst abschließen und in eine neue Aufwärtsphase übergehen sollte. Doch dieser Vierjahreszyklus ist nicht in Stein gemeißelt. Viele sogenannte „Experten“ prognostizieren ständig eine Rally bei Bitcoin, als könnte die Kryptowährung nie fallen – und wenn sie es doch tut, ist das für sie lediglich ein Vorwand, um günstiger einzusteigen.
Inzwischen hat sich auch Arthur Hayes in die Reihen jener Analysten eingereiht, die für „digitales Gold“ einen dauerhaften Aufwärtstrend vorhersagen. Hayes ist der Ansicht, dass in den USA bereits Mechanismen zur Ausweitung der Geldmenge in Gang gesetzt wurden und überschüssige Liquidität in die Finanzmärkte fließt. Infolgedessen könnte Bitcoin in diesem Jahr zu seinem Allzeithoch zurückkehren und es bei rund 126.000 US-Dollar sogar übertreffen, angetrieben von frischen Kapitalzuflüssen. Arthur Hayes erklärte außerdem, dass Bitcoin in den kommenden Jahren aufgrund derselben monetären Expansion in den USA auf 250.000–500.000 US-Dollar steigen könnte.
Hayes’ Argumentation ist in sich schlüssig: Je mehr Geld sich in der Wirtschaft befindet, desto mehr Kapital steht Investoren zur Verfügung – und Investoren horten ihr Geld nicht unter der Matratze, sondern verteilen es auf verschiedene Anlageklassen, darunter auch Bitcoin. Aus unserer Sicht garantiert dieser Zusammenhang jedoch weder ein Wachstum von Bitcoin noch einen explosionsartigen Anstieg. Zu beachten ist zudem, dass sich das Tempo, in dem Bitcoin neue Allzeithochs markiert, in den vergangenen Jahren verlangsamt hat: Jeder neue Höchststand liegt weniger weit über dem vorherigen als in der Vergangenheit. Ein Bullenmarkt ist somit möglich, doch es gibt keine klaren technischen Signale dafür, dass er bereits begonnen hat. Auf einen parabolischen Anstieg in Richtung 250.000 US-Dollar würden wir uns daher nicht verlassen.
Handelsempfehlungen für BTC/USD
Bitcoin setzt seinen Abwärtstrend trotz der kräftigen Rally in der Vorwoche fort. Wir rechnen weiterhin mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (61,8 % Fibonacci-Retracement des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau de facto bereits getestet wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass der Abwärtstrend abgeschlossen ist. Der aktuelle Anstieg wirkt für eine Korrekturbewegung schwach und liefert kein überzeugendes Argument für die Eröffnung von Long-Positionen. Die Liquidität könnte oberhalb des Hochs bei 82.850 US-Dollar abgefischt werden, was eine neue Abwärtsbewegung auslösen dürfte. Im 4-Stunden-Chart ist nach einem zweiten „Liquidity Sweep“ der jüngsten Hochs (Abweichungen) ein weiterer Rückgang zu erwarten. Ein Fall auf 75.500 US-Dollar erscheint uns in dieser Woche durchaus wahrscheinlich.
Handelsempfehlungen für ETH/USD
Im Tageschart hat sich das technische Bild bei Ethereum innerhalb weniger Tage deutlich verändert. Ethereum könnte nun in der Lage sein, einen neuen Aufwärtstrend zu starten. Dennoch sollten Trader den Wochenchart im Blick behalten, auf dem ETH ein Ziel bei 4.800 US-Dollar anvisieren könnte – das ist die obere Begrenzung einer seit fünf Jahren bestehenden Seitwärtsphase. Im Tageschart wurde die nächstgelegene bärische FVG geschlossen, doch diese FVG gehört noch zum vorherigen Trend; sollte sie eine Marktreaktion auslösen, ist diese höchstwahrscheinlich nur korrektiver Natur. Außerdem ist hervorzuheben, dass das Hoch vom 17. April „Liquidity gesweept“ wurde und es im 4-Stunden-Chart zu einem Liquiditätsabzug gekommen ist. Auch Bitcoin hat im 4-Stunden-Chart Liquidität abgefischt und bewegt sich weiterhin in einer breiten Seitwärtsrange. Daher ist Bitcoin aktuell leicht abwärtsgerichtet, und sollte ein Rückgang einsetzen, wird Ethereum mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls nach unten drehen.
CHOCH steht für „Change of Character“ bzw. Bruch der Trendstruktur. Liquidity bezeichnet die Stop-Loss-Orders der Trader, die von Market Makern genutzt werden, um ihre Positionen aufzubauen. FVG ist die Abkürzung für „Fair Value Gap“ (Bereich mit Preisineffizienz). Der Kurs durchläuft solche Bereiche häufig sehr schnell, was auf das Fehlen einer Marktseite hindeutet. Später kehrt der Preis tendenziell in diese Zonen zurück und reagiert dort. IFVG steht für „Inverted Fair Value Gap“. Nach einer Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Preis nicht, sondern bricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der anderen Seite.
OB bedeutet „Order Block“. Damit ist eine Kerze gemeint, auf der ein Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität abzugreifen und anschließend seine eigentliche Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.
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