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Der Euro und das Pfund verloren zusammen mit anderen risikobehafteten Anlagen die Kraft, ihre Führungspositionen gegenüber dem Dollar zu behaupten.
Robuste US-Konjunkturdaten stützten den Dollar im Verlauf des Nachmittags, vor allem dank des Empire State Manufacturing Index. Der verarbeitende Sektor im Bundesstaat New York beschleunigte sich im August auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren, wobei der Gesamtindex um 5 Punkte auf 20,6 anstieg. Dieser Indikator spiegelt die Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe der Region wider und dient als Frühindikator für die Gesamtwirtschaft. Ein derart deutlicher Anstieg bestätigte somit die Stärke des Sektors und verlieh dem Dollar zusätzliches Gewicht. Das Bild am Wohnimmobilienmarkt fiel dagegen deutlich verhaltener aus. Der NAHB-Index zur Stimmung der Bauunternehmer legte lediglich um einen Punkt auf 35 zu und blieb damit tief im pessimistischen Bereich, was auf anhaltende Probleme im Immobiliensektor hindeutet. Der Markt konzentrierte sich jedoch auf die starken Industriedaten, die sowohl auf den Euro als auch auf das Pfund Druck ausübten. Beide europäischen Währungen gerieten ins Hintertreffen, und EUR/USD sowie GBP/USD gaben unter dem Druck des stärkeren Dollars nach.
Heute richtet sich die Aufmerksamkeit auf die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone sowie auf den Index zur aktuellen Lage. Der ZEW-Index basiert auf Umfragen unter Finanzanalysten und Investoren und spiegelt deren Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten wider. Der Lageindex hingegen bewertet die aktuelle wirtschaftliche Situation. Die Differenz zwischen diesen Komponenten ist besonders aussagekräftig, da Erwartungen künftige Entwicklungen besser abbilden und der Markt traditionell die jüngsten Werte mit früheren vergleicht, um zu erkennen, ob sich die Stimmung verbessert oder verschlechtert. Für den Euro sind diese Daten von direkter Bedeutung. Verbessern sich die Erwartungen gegenüber dem Vormonat, stärkt dies das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und stützt den Euro; verschlechtern sie sich im Vergleich zu den früheren Werten, erhöht dies den Druck. Das Währungspaar EUR/USD wird in erster Linie darauf reagieren, wie die tatsächlichen Zahlen im Verhältnis zu den vorherigen Werten und zur Prognose ausfallen; ohne deutliche Abweichung dürfte die Initiative beim Dollar bleiben.
Für das Pfund warten die Marktteilnehmer heute auf wichtige Daten zum britischen Arbeitsmarkt, insbesondere zur Arbeitslosenquote und zu den Veränderungen bei der Zahl der Arbeitslosenanträge. Die Arbeitslosenquote zeigt den Anteil der Erwerbsbevölkerung ohne Beschäftigung und charakterisiert den Gesamtzustand des Arbeitsmarktes. Gleichzeitig liefern die Veränderungen bei den Anträgen einen zeitnäheren Indikator, da sie neue Trends bei Entlassungen und Einstellungen rasch erfassen. Beide Kennzahlen beeinflussen direkt die Erwartungen an den Leitzins der Bank of England: Ein starker Arbeitsmarkt verschafft der Zentralbank Spielraum für eine straffere Geldpolitik, während eine Abschwächung zu mehr Vorsicht mahnt. Die Reaktion des Pfunds hängt daher maßgeblich davon ab, wie die Daten im Vergleich zu den Prognosen ausfallen. Fallen die Zahlen enttäuschend aus und liegen schlechter als von Ökonomen erwartet, dürfte der Druck auf das Paar GBP/USD weiter zunehmen, da eine Schwäche am Arbeitsmarkt die Argumente für die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft untergräbt. Starke Daten hingegen würden die britische Währung unterstützen.
Wenn die Daten mit den Erwartungen der Ökonomen übereinstimmen, ist es ratsam, nach der Mean Reversion-Strategie zu handeln. Weichen die Daten deutlich nach oben oder unten von den Erwartungen der Ökonomen ab, eignet sich besser die Momentum-Strategie.
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