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Am Freitag legte das Währungspaar EUR/USD zunächst eine Korrekturbewegung ein, bevor es seinen Aufwärtstrend fortsetzte und das 76,4%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,1551 testete. Ein Abprall von diesem Niveau würde den US‑Dollar begünstigen und für einen moderaten Rückgang in Richtung 1,1507 und 1,1472 sprechen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1551 würde die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Anstiegs in Richtung des nächsten Fibonacci-Niveaus bei 100,0% – 1,1620 erhöhen.
Die Wellenstruktur im Stundenchart hat auf bullisch gedreht. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die jüngste Aufwärtswelle das vorherige Hoch übertroffen hat. Die geopolitische Lage bleibt anhaltend negativ, da Iran und die Vereinigten Staaten weiterhin Blockaden in der Straße von Hormus aufrechterhalten, während derzeit keine Verhandlungen stattfinden. Händler hatten etwa einen Monat lang auf Unterstützung durch die Federal Reserve gehofft, doch diese Erwartungen wurden in der vergangenen Woche enttäuscht. Nach einer längeren Pause sind die Bullen in die Offensive gegangen.
Der Nachrichteneinfluss am Freitag fiel erneut zugunsten des Euro aus. Es sei daran erinnert, dass bereits einen Tag zuvor BIP-Daten für das zweite Quartal sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden, die ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in den USA und eine Beschleunigung des Wachstums in der Eurozone zeigten. In Verbindung mit der steigenden Inflation in der EU und der Bereitschaft der EZB – anders als die Federal Reserve – die Geldpolitik weiter zu straffen, bleiben die Aussichten für den Euro ausgesprochen positiv. Meiner Ansicht nach hätten die Bullen ihre Offensive schon deutlich vor Ende Juli starten können. Dennoch kam es, wie es gekommen ist. In dieser Woche richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf die Daten zum US-Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit. Sollten auch diese Veröffentlichungen keine robusten Ergebnisse liefern, dürfte der Dollar weiter unter Druck geraten. Der Arbeitsmarkt ist derzeit die letzte verbleibende Stütze des Dollars. Fallen die Beschäftigungszahlen für Juli stark aus, dürfte die Federal Reserve ihren Fokus wieder stärker auf die Inflation richten und damit den Weg für eine erneute geldpolitische Straffung im September ebnen. Enttäuscht der Arbeitsmarkt hingegen erneut, werden Kevin Warsh und seine Kollegen die Zinsen voraussichtlich nicht anheben.
Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärts gerichteten Trendkanals stabilisiert. Dies deutet nicht nur auf einen weiteren bullischen Versuch hin, sondern auf den Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends. Die Konsolidierung oberhalb des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1514 untermauert das Szenario weiterer Zugewinne in Richtung des 61,8%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1578. Auf keinem Indikator sind derzeit aufkommende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:
In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 15.490 Long-Positionen und eröffneten 15.691 Short-Positionen. In den sieben Wochen im Februar und März verschwand der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Krieges unter Beteiligung des Iran, während sich in den vergangenen achtzehn Wochen die Positionierung vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenstillstands und der Markthoffnungen auf ein Ende des Konflikts ausgeglichener gestaltet hat. Derzeit halten Spekulanten insgesamt 205.000 Long-Positionen und 277.000 Short-Positionen. Die Bären gewinnen damit erneut die Oberhand.
Aus langfristiger Perspektive sehen große Marktteilnehmer den Euro insgesamt weiterhin mit erheblichem Interesse. Natürlich beeinflusst die Vielzahl globaler Ereignisse – an denen es in den vergangenen Jahren keineswegs gemangelt hat – die Stimmung der Investoren weiter. Insbesondere bleibt der Markt auf die Entwicklungen im Nahen Osten fokussiert, wo die Kampfhandlungen wiederholt abflauen und dann erneut aufflammen. Zunächst ignorierte der Markt die Ankündigung eines Waffenstillstands und später auch die erneute Eskalation des Konflikts. Infolgedessen sind geopolitische Faktoren nicht mehr der einzige Treiber für die Bewegungsrichtung des US-Dollar.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone:
Der Wirtschaftskalender für den 3. August enthält lediglich zwei geplante Veröffentlichungen, wobei der ISM Manufacturing PMI das Schlüsselereignis darstellt. Daher ist zu erwarten, dass die makroökonomischen Daten die Marktstimmung vor allem in der zweiten Hälfte der Handelssitzung am Montag beeinflussen werden.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Long-Positionen waren nach einem Rückprall von 1,1472 oder nach einer Konsolidierung oberhalb von 1,1507 im Stundenchart mit Ziel 1,1551 gerechtfertigt. Heute können Long-Positionen nach einer Konsolidierung oberhalb von 1,1551 mit einem Ziel bei 1,1620 in Betracht gezogen werden. Short-Positionen können nach einem Rückprall von 1,1551 im Stundenchart mit Ziel 1,1507 und 1,1472 in Betracht gezogen werden.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 gezogen.
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