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Der US‑Dollar bleibt gefragt und erobert aktiv seine Positionen gegenüber dem Euro, dem Pfund und anderen Risikoanlagen zurück.
Gestern setzte der Dollar sein kräftiges Wachstum fort, nachdem die U.S. Navy eine Seeblockade entlang der gesamten iranischen Küste angekündigt hatte. Die Beschränkungen treten am 14. Juli um 23:00 Uhr in Kraft und betreffen alle iranischen Häfen, Ölterminals und Küstengebiete; sie gelten für Schiffe unter jeder Flagge. Die Durchfahrt neutraler Schiffe durch die Straße von Hormus bleibt gestattet, sofern ihre Routen nicht mit Iran in Verbindung stehen. Eine derart abrupte Eskalation hat die Flucht in sichere Anlagen verstärkt, und die Gefahr von Unterbrechungen der Ölversorgung hat die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen zusätzlich befeuert.
Für Euro und Pfund ist dieser Hintergrund negativ. Der Anstieg geopolitischer Risikoprämien schwächt erneut die Risikobereitschaft, während die Aussicht auf einen sprunghaften Anstieg der Ölpreise die von Energieimporten abhängigen europäischen Volkswirtschaften belastet. In der Folge gerieten sowohl EUR/USD als auch GBP/USD unter Druck; dies spiegelt die Umschichtung der Trader in die verlässlichsten Instrumente wider, und solange die Eskalation anhält, gibt es nur wenige Gründe für eine Erholung.
Heute wirkt die europäische Agenda in der ersten Tageshälfte eher dünn; der Fokus liegt auf dem deutschen Großhandelspreisindex und der Rede der Präsidentin der European Central Bank, Christine Lagarde. Der Großhandelspreisindex spiegelt die Entwicklung der Warenkosten auf Großhandelsebene wider und dient als Frühindikator für den Inflationsdruck in der größten Volkswirtschaft der Eurozone; damit beeinflusst er indirekt die Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik der European Central Bank. Lagardes Rede ist jedoch wichtiger als die Zahlen selbst, da jegliche Signale ihrerseits zum künftigen Zinskurs den Euro deutlich bewegen können.
Bleiben markante Aussagen von Lagarde aus, könnte sich der Euro – wie gestern – leicht gegenüber dem Dollar erholen. Solange die Chefin der European Central Bank auf scharfe Formulierungen verzichtet, behält das Währungspaar EUR/USD das Potenzial, einen Teil seiner Verluste vor dem übergeordneten Hintergrund wieder aufzuholen. Viel wird von der Tonlage ihrer Ausführungen abhängen; nur eine unerwartet starke „hawkish“ oder „dovish“ Botschaft könnte dieses vorsichtige Szenario noch vor Ende der europäischen Sitzung durchkreuzen.
Beim Pfund ist es so, dass das heutige Fehlen grundlegender Konjunkturdaten für das Vereinigte Königreich in der ersten Tageshälfte voraussichtlich keinen klaren Trend vorgeben wird. Ohne frische Zahlen zu Inflation, Beschäftigung oder Geschäftstätigkeit haben Trader kaum Anlass, ihre Positionen neu zu bewerten, da gerade diese Indikatoren in der Regel die Erwartungen in Bezug auf die Zinsen der Bank of England und damit die Richtung der britischen Währung bestimmen. Bleiben solche Veröffentlichungen aus, wird das Pfund stärker von externen Faktoren abhängig; die Marktstimmung gegenüber dem Dollar und die Lage im Nahen Osten bleiben dabei die wichtigsten Orientierungspunkte.
Entsprechen die Daten den Erwartungen der Volkswirte, ist es sinnvoller, sich an einer Mean Reversion‑Strategie zu orientieren. Weichen die Daten dagegen deutlich nach oben oder unten von den Prognosen der Volkswirte ab, bietet sich der Einsatz einer Momentum‑Strategie an.
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