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Heute wurden sowohl der Euro als auch das Pfund mithilfe der Mean Reversion‑Strategie gehandelt, auch wenn es bei keinem der beiden zu einer ausgeprägten Gegenbewegung kam. Die Momentum‑Strategie habe ich nicht eingesetzt.
Der Euro geriet unter Druck, nachdem neue Daten zeigten, dass die jährliche Inflation im Juni deutlich auf 2,8 % zurückging, während der Markt lediglich mit einem Rückgang auf 3,0 % gerechnet hatte. Die schnelle Abschwächung der Inflation im Euroraum kam für viele Marktteilnehmer überraschend. Ein Indikator, der den Entscheidungsträgern zuletzt große Sorgen bereitet hatte, verzeichnete einen deutlichen Rückgang und eröffnet nun neue Spielräume für die Geldpolitik. Die Verantwortlichen der EZB dürften diese Zahlen zweifellos begrüßt haben. Dass die Inflation auf 2,8 % zurückgeht, erleichtert der Europäischen Zentralbank ihre Aufgabe erheblich. Die Notenbank verfügt nun über eine solide Grundlage, um ihre Zinserhöhungsserie, die auf die Eindämmung des Preisanstiegs abzielte, zu unterbrechen. Eine solche Pause würde es den Entscheidungsträgern ermöglichen, die Auswirkungen der bisherigen Straffungsmaßnahmen zu bewerten und der Wirtschaft Zeit zu geben, sich an das neue Umfeld anzupassen.
Das britische Pfund zeigte sich trotz gemischter Konjunkturdaten aus dem Vereinigten Königreich bemerkenswert robust. Der Industriesektor konnte unter den Anlegern jedoch keinen ausgeprägten Optimismus auslösen. Der endgültige Manufacturing PMI für Juni lag bei 52,5 und damit unter der vorläufigen Schätzung von 53,1. Auch wenn der Index weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten notiert, wirft die Verlangsamung Fragen nach der Nachhaltigkeit der Erholung auf. Ein ähnliches Bild zeigt sich am Immobilienmarkt, der unerwartet Anzeichen einer Beschleunigung erkennen ließ.
Die Aufmerksamkeit der Händler richtet sich nun auf eine neue Reihe von US‑Konjunkturdaten, die die Erwartungen an die künftige Geldpolitik der Federal Reserve maßgeblich beeinflussen könnten. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Arbeitsmarkt, der nach wie vor zu den wichtigsten Indikatoren für die Verfassung der US‑Wirtschaft zählt.
Besondere Beachtung findet der ADP Employment Change‑Bericht für Juni. Dieser von Automatic Data Processing veröffentlichte Indikator gilt häufig als vorlaufendes Signal für den offiziellen Nonfarm Payrolls‑Bericht (NFP), der später veröffentlicht wird. Starke ADP‑Daten könnten die Erwartungen an robuste Arbeitsmarktzahlen untermauern und damit die Federal Reserve dazu ermutigen, an einem eher restriktiven Kurs festzuhalten.
Auch der ISM Manufacturing PMI wird genau beobachtet. Dieser Index misst die Geschäftstätigkeit im US‑Verarbeitenden Gewerbe und zählt zu den führenden Konjunkturindikatoren. Ein höherer Wert würde auf eine Belebung der industriellen Aktivität hindeuten, was als positives Signal für die US‑Wirtschaft und damit auch für den US‑Dollar gewertet werden könnte.
Der Handelstag endet mit einer Rede des FOMC‑Vorsitzenden Kevin Warsh. Die Märkte werden jedes seiner Worte genau analysieren, um Hinweise auf die nächsten geldpolitischen Schritte der Federal Reserve zu erhalten. Sollten seine Ausführungen auf die Möglichkeit einer weiteren Straffung der Geldpolitik hindeuten, dürfte der US‑Dollar seine Aufwertung gegenüber risikosensiblen Anlagen fortsetzen.
Fallen die US‑Daten stärker aus als erwartet, werde ich mich in erster Linie auf die Momentum‑Strategie stützen. Reagiert der Markt dagegen nur verhalten auf die Veröffentlichungen, setze ich weiterhin auf die Mean Reversion‑Strategie.
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