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EUR/USD setzt ihre allmähliche Abwärtsbewegung fort. In dieser Woche haben die Bullen bereits zwei Versuche unternommen, den Vorstoß der Bären zu stoppen, doch beide scheiterten. Obwohl der Nonfarm-Payrolls-Bericht nicht zu den geopolitischen Ereignissen zählt, löste er am vergangenen Freitag einen starken Rückgang des Paares aus, was zur Bildung der bärischen Imbalance 16 führte. Derzeit dient diese Imbalance nicht nur als interessante Zone für die Bären, sondern auch als Widerstandsbereich für die Bullen.
Am Montag gelang es den Bullen nicht, diese Zone zu durchbrechen, und auch am Dienstag blieben sie erfolglos. Am Mittwoch standen die Chancen für einen solchen Versuch von vornherein schlecht, da die aktiven Kampfhandlungen im Nahen Osten wiederaufgenommen wurden. Iran reagierte auf US-Schläge gegen seine militärischen Einrichtungen, die Washington als Vergeltung für die Zerstörung eines US-Militärhubschraubers durchgeführt hatte. Daher bleibt der heutige Abwärtsdruck zwar relativ schwach und vorsichtig, doch die Bären scheinen derzeit in der besseren Position zu sein. Das technische Bild spricht für eine weitere Schwäche des Euro, während die erneute Eskalation des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten den US-Dollar stützt.
Morgen wird die Europäische Zentralbank aller Voraussicht nach die Zinsen anheben, doch der Markt hat bislang kaum auf dieses Ereignis reagiert, obwohl er seit Wochenbeginn reichlich Gelegenheit dazu gehabt hätte. Zur Erinnerung: Die Absicht der EZB, die Geldpolitik zu straffen, ist bereits seit einigen Tagen bekannt.
Die objektive Realität ist, dass der Konflikt im Nahen Osten keinerlei Anzeichen eines Endes zeigt, während Teheran und Washington weiterhin keine für beide Seiten akzeptable Einigung finden. Iran und die Vereinigten Staaten haben in dieser Woche den Austausch von Raketenangriffen wiederaufgenommen, und Donald Trump drohte Iran erneut mit vollständiger militärischer Zerstörung. Solche Entwicklungen überraschen inzwischen jedoch kaum noch jemanden, da beide Seiten wiederholt Angriffe durchgeführt haben und offenbar mehr darum bemüht sind, jedes Anzeichen von Schwäche zu vermeiden, als den Verhandlungsprozess zu bewahren. Infolgedessen bleibt der US-Dollar aus geopolitischen Gründen die bevorzugte Währung der Trader.
Die Bewegung des Paares und die Marktstimmung werden weiterhin in erster Linie von den geopolitischen Entwicklungen abhängen. Sollten Teheran und Washington letztlich ein Memorandum of Understanding unterzeichnen, die Waffenruhe verlängern und beim Nuklearthema Fortschritte erzielen, könnten die Bären zum Rückzug gezwungen werden, sodass Euro und Pfund ihre Aufwärtsbewegung wieder aufnehmen. Allerdings könnten die Verhandlungen in naher Zukunft erneut ins Stocken geraten.
Unter den aktuellen Bedingungen können sich Trader weiterhin auf bärische Muster konzentrieren. Ein neues Verkaufssignal könnte sich bereits heute aus der bärischen Imbalance 16 ergeben. Sollte jedoch letztlich eine Vereinbarung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten zustande kommen, könnte der Euro seine Aufwärtsbewegung trotz bärischer technischer Signale wieder aufnehmen. Ein solches Szenario erscheint kurzfristig jedoch wenig wahrscheinlich, sodass die Bären weiterhin erheblichen Spielraum haben, Druck auszuüben. Die Marktstimmung schlägt nach wie vor wechselseitig von einer Seite auf die andere um und zwingt Trader dazu, ihre Strategien laufend anzupassen.
Ich möchte nochmals betonen, dass die gesamte Aufwertung des US-Dollars im Zeitraum Januar–März ausschließlich durch geopolitische Entwicklungen getrieben war. Sobald die Vereinigten Staaten und Iran eine Waffenruhe vereinbart hatten, zogen sich die Bären umgehend zurück, und die Bullen dominierten über mehr als einen Monat hinweg das Marktgeschehen. Derzeit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer umfassenden Einigung wieder, und der Markt begegnet allen Berichten über ein rasches Ende des Konflikts oder einen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten mit großer Skepsis. Folglich üben geopolitische Faktoren weiterhin einen grundlegenden Druck auf EUR/USD aus.
Der Wirtschaftskalender hatte am Mittwoch nahezu keinen Einfluss auf die Marktstimmung. Im Tagesverlauf wurde lediglich ein Bericht veröffentlicht, der potenziell die Aufmerksamkeit des Marktes hätte auf sich ziehen können. Die US-Inflation beschleunigte sich im Mai auf 4,2 % und entsprach damit den Markterwartungen. Infolgedessen sahen Trader wenig Anlass, zu reagieren.
Die Bullen haben auch im Jahr 2026 noch zahlreiche Gründe, aktiv zu bleiben, und der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht verringert. Strukturell und fundamental haben sich Trumps politische Maßnahmen, die im vergangenen Jahr maßgeblich zur Schwächung des Dollars beitrugen, nicht verändert. In den kommenden Monaten könnte der US-Dollar phasenweise zulegen, wenn Investoren nach sicheren Häfen suchen, doch eine solche Unterstützung setzt eine anhaltende Eskalation im Nahen Osten voraus. Ich rechne weiterhin nicht mit einem nachhaltigen Abwärtstrend bei EUR/USD. Der Dollar erfährt derzeit nur temporäre Unterstützung durch den Markt, doch worauf könnten die Bären eine langfristige Fortsetzung ihres Drucks stützen?
Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone:
Der Wirtschaftskalender für den 11. Juni enthält mehrere Ereignisse, wobei die EZB-Sitzung zweifellos das wichtigste darstellt. Das wirtschaftliche Umfeld könnte in der zweiten Tageshälfte Einfluss auf die Marktstimmung nehmen.
EUR/USD Prognose und Trading-Empfehlungen:
Meiner Einschätzung nach befindet sich das Paar weiterhin in der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Das fundamentale Umfeld hat sich vor drei Monaten zwar deutlich verändert, doch der übergeordnete Trend kann bislang weder als aufgehoben noch als abgeschlossen gelten. Daher könnten die Bullen ihre Aufwärtsbewegung in naher Zukunft durchaus wieder aufnehmen, sofern die geopolitische Lage zumindest etwas Unterstützung bietet.
Derzeit können Trader lediglich bestehende Short-Positionen halten, die aus der Imbalance 15 heraus eröffnet wurden, und auf ein neues Verkaufssignal aus der Imbalance 16 warten. Der Rückgang des Paares ist aus objektiven Gründen anhaltend. Ohne starke US-Daten vom Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit hätte die Unterstützungszone rund um die Imbalance 13 aller Wahrscheinlichkeit nach gehalten. Diese Unterstützung ist jedoch gebrochen, und die Bären haben nun die Möglichkeit, ihre Bewegung in Richtung Ziele unterhalb von 1,1412, dem Swing-Tief vom 13. März, fortzusetzen.
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