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Vor der EZB-Entscheidung preisen die Märkte überwiegend eine vorsichtige Haltung der Notenbank ein, halten jedoch zugleich an der Erwartung fest, dass zum Jahresende eine Straffung der Geldpolitik erfolgen könnte.
Kurzfristig dürfte der Einfluss der EZB auf das Währungspaar EUR/USD begrenzt bleiben, sofern es nicht zu einer deutlichen Überraschung kommt. Eine klar „hawkishe“ Ausrichtung, die die Erwartungen einer Zinserhöhung im Juni untermauert, könnte den Euro (EUR) stützen, indem sie die kurzfristigen Zinsdifferenzen zu seinen Gunsten verschiebt. Umgekehrt könnte eine zurückhaltendere oder „dovishe“ Kommunikation Druck auf die Gemeinschaftswährung ausüben, insbesondere wenn Sorgen um das Wirtschaftswachstum die Diskussion dominieren.
Derzeit spiegeln die Marktpreise Erwartungen von mindestens zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr wider. Laut Danske Bank sind bis zum Jahresende rund 65 Basispunkte kumulativer Straffung eingepreist, wobei der erste Zinsschritt im Juni erwartet wird. ING weist darauf hin, dass die Märkte trotz des vorsichtigen Tons der EZB fest auf ein Szenario mit einer Zinserhöhung im Juni ausgerichtet sind. Daher wird für Trader ein entscheidender Faktor sein, wie klar EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts signalisiert. Jegliche Anzeichen stärkerer Zweitrundeneffekte bei der Inflation könnten die Argumente für eine straffere Geldpolitik untermauern und damit den Euro stützen.
Externe Faktoren bleiben jedoch weiterhin ausschlaggebend. Ölpreise, geopolitische Rahmenbedingungen und die globale Risikostimmung sind nach wie vor die Haupttreiber der EUR/USD-Dynamik. Ändert die EZB die Markterwartungen nicht deutlich, könnte das Währungspaar daher weiterhin stärker von übergeordneten makroökonomischen Faktoren als von geldpolitischen Entscheidungen allein beeinflusst werden.
Auf dem Tageschart bewegt sich EUR/USD in einer breiten Seitwärtsrange, die seit Juni 2025 anhält, ohne klaren Trend. Aktuell notiert das Paar leicht oberhalb des 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 1,1710 und bleibt zudem über dem 200-Tage-SMA und dem 50-Tage-SMA bei 1,1650. Dies erhält den kurzfristig positiven Bias für den Tag aufrecht, während das Gesamtbild neutral mit leicht konstruktiver Tendenz bleibt, solange diese SMAs halten.Der Relative Strength Index (RSI) hat sich leicht auf etwa 50 abgeschwächt. Das signalisiert ein nachlassendes Aufwärtsmomentum nach der jüngsten Erholung, ohne jedoch in den negativen Bereich abzurutschen – die Bullen bleiben somit weiterhin im Spiel.
Der Widerstand befindet sich im Bereich der Konfluenz des 100-Tage-SMA um 1,1710 sowie der 9- und 14-Tage-EMAs. Die Unterstützung liegt am 200-Tage-SMA, mit zusätzlicher Unterstützung knapp über dem 50-Tage-SMA.
Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde zu einer tieferen Korrektur führen und das derzeitige bullishe Szenario deutlich abschwächen.
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