Eine Legende im InstaSpot Team!
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Am Donnerstag, den 30. April, hält die Europäische Zentralbank ihre reguläre Sitzung ab, nach der sie ihre geldpolitischen Parameter aller Voraussicht nach unverändert lassen wird. Mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu 100 % wird die Notenbank alle drei Leitzinsen unverändert beibehalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Ereignis „ereignislos“ sein wird. Im Gegenteil: Ein eher restriktiver oder lockerer Ton in der begleitenden Erklärung sowie Veränderungen in der Rhetorik der EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnten die europäische Währung deutlich beeinflussen. Zudem ermöglichen widersprüchliche makroökonomische Signale der Notenbank, ihren Fokus entweder auf anhaltende Inflationsrisiken oder auf Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung in der Eurozone zu verlagern.
Die Hauptintrige der Aprilsitzung besteht in der Reaktion der EZB und Christine Lagardes auf die neuesten Inflationsdaten für die Eurozone. Die vorläufigen April-Daten werden erst wenige Stunden vor der Sitzung veröffentlicht, während wir uns derzeit nur auf die Märzzahlen stützen können, die ein eher widersprüchliches Bild zeichnen.
So ist die Gesamtinflation in der Eurozone im vergangenen Monat sprunghaft auf 2,6 % angestiegen, nachdem sie im Februar noch auf 1,9 % gefallen war. Diese Entwicklung wurde in erster Linie durch Energiepreise getrieben, die auf Jahressicht um 5,1 % zulegten, nachdem sie im Februar noch um 3,1 % gesunken waren. Gleichzeitig fiel der Kern-VPI auf 2,3 %, nach zuvor 2,3 %. Dies weist darauf hin, dass der interne Preisdruck tatsächlich nachlässt. Bemerkenswert ist auch die Verlangsamung der Inflation im Dienstleistungssektor auf 3,2 % (von 3,4 %). Das ist ein sehr wichtiger Punkt, da Dienstleistungen als die trägste Komponente gelten.
Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen Inflationsrisiken, die deutlich bedrohlicher wirken als die „beruhigenden“ März-Daten. Hauptsorge ist der Anstieg der Inflationserwartungen. Am Dienstag wurden die Ergebnisse einer entsprechenden Umfrage veröffentlicht, die die EZB in eine schwierige Lage bringen. Konkret sind die Inflationserwartungen für das nächste Jahr (die kommenden 12 Monate) von zuvor 2,5 % auf 4,0 % nach oben geschnellt. Das ist der höchste Stand dieses Indikators seit Ende 2023. Die Inflationserwartungen auf Sicht von drei Jahren stiegen auf 3,0 % (von 2,5 %), während die wahrgenommene Inflation auf 3,5 % (von 3,0 %) zulegte.
Dies ist ein beunruhigendes Signal für die EZB: Wenn Verbraucher einen so raschen Preisanstieg erwarten, neigen sie dazu, ihre aktuellen Ausgaben zu erhöhen (was die Nachfrage ankurbelt) und höhere Löhne zu verlangen, wodurch das Risiko sekundärer Inflationseffekte steigt.
Als Reaktion auf die aktuelle Lage wird Lagarde die Umfrageergebnisse voraussichtlich als „besorgniserregend“ bezeichnen und versuchen, Verbraucher und Märkte dahingehend zu beruhigen, dass die EZB nicht zulassen wird, dass sich die Inflation im Bereich von 3–4 % verfestigt. Sie könnte sich auch einer schärferen, „hawkishen“ Formulierung bedienen und erklären, dass die Zentralbank „bereit sei, alle verfügbaren Instrumente einzusetzen“, sofern die nachfolgenden Daten das Risiko einer beschleunigten Inflation bestätigen.
Hinzu kommt ein weiterer Hinweis auf eine sich beschleunigende Inflation in der Eurozone. Am Mittwoch wurden in Deutschland die vorläufigen VPI-Daten für April veröffentlicht. Wie bekannt, weisen die Inflationsdaten Deutschlands und der gesamten Eurozone eine hohe Korrelation auf, sodass die Veröffentlichung vom Mittwoch „Bände spricht“.
So stieg der jährliche Gesamtverbraucherpreisindex in Deutschland im April auf 2,9 % (nach 2,7 % im Vormonat), und im Monatsvergleich betrug der Anstieg 0,6 %. Der harmonisierte HVPI beschleunigte sich ebenfalls auf 2,9 % im Jahresvergleich (nach einem Anstieg um 2,8 % im März).
Laut vorläufigen Prognosen wird sich der gesamte VPI in der Eurozone im Jahresvergleich auf 3,1 % beschleunigen (nach 2,6 %), während der Kernindex auf 3,0 % steigen dürfte (nach 2,3 %). Angesichts der Inflationsdynamik in Deutschland erscheint eine solche Prognose durchaus plausibel.
Damit wird die EZB nach der Aprilsitzung voraussichtlich ein Szenario einer „hawkishen Pause“ umsetzen. Bei unveränderten Leitzinsen wird die EZB die zunehmenden Inflationsrisiken betonen. Lagarde wird wahrscheinlich keine konkreten Maßnahmen ankündigen, könnte jedoch subtil die Bereitschaft zu einer Reaktion signalisieren.
Ungeachtet dieser „Vorschau“ sollten jedoch etwaige Kursspitzen beim Währungspaar EUR/USD als Gelegenheit betrachtet werden, um Short-Positionen zu eröffnen. Der Markt wird die Ergebnisse der Aprilsitzung rasch einpreisen, woraufhin die geopolitischen Sorgen wieder in den Vordergrund rücken dürften. Die Unsicherheit über den Ausgang des Konflikts im Nahen Osten und anhaltende geopolitische Risiken werden die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US‑Dollar stützen und weiter aufrechterhalten. Unter den aktuellen Bedingungen erscheint das Potenzial für weitere Aufwärtsbewegungen beim EUR/USD daher begrenzt – etwaige Aufwärtsimpulse dürften eher korrektiver Natur sein.
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