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Vor Jerome Powells jüngster Sitzung an der Spitze der Federal Reserve darf ein weiterer wichtiger Umstand nicht übersehen werden. In diesem Monat hat das U.S. Department of Justice das Verfahren gegen den Fed-Präsidenten eingestellt, da sich im Fall der Budgetüberschreitungen bei der Sanierung von Fed-Gebäuden keinerlei Hinweise auf ein Fehlverhalten fanden. Das Department of Justice suchte viele Monate lang nach Beweisen für eine Schuld Powells, blieb damit am Ende jedoch erfolglos. Bemerkenswert ist, dass Powells Fall nicht von einem Gericht, sondern ausdrücklich vom Department of Justice geprüft wurde.
Damit lässt sich festhalten, dass Powell einen überwältigenden Sieg über Trump errungen hat. Der U.S.-Präsident versuchte mit allen Mitteln, Powell aus seinem Amt zu entfernen, und bediente sich dabei Methoden, auf die sonst niemand kommen würde. Von Anfang an war klar, dass die Vorwürfe gegen Powell oder Lisa Cook kaum das Papier wert waren, auf dem sie standen. Mit demselben „Erfolg“ hätte Trump den Fed-Verantwortlichen auch Verstöße gegen Verkehrsregeln vorwerfen und auf dieser Grundlage ihren Rücktritt verlangen können.
Bereits im vergangenen Jahr habe ich darauf hingewiesen, dass Powell kein Bauleiter ist und sämtliche Ausgaben für die Sanierung der Fed-Gebäude vom U.S. Congress genehmigt wurden. Wenn also überhaupt jemand zur Verantwortung gezogen werden sollte, dann ausschließlich die Kongressabgeordneten. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten eine Schuld eingestehen – und vermutlich gibt es auch gar keine Schuld. Das Budget für die Renovierung ist gestiegen, doch das ist ein normaler Vorgang, wie jeder bestätigen kann, der schon einmal mit Renovierungsarbeiten zu tun hatte.
Außerdem fand das Department of Justice keinerlei Hinweise darauf, dass Powell vor dem Congress falsche Aussagen gemacht hätte. Anders ausgedrückt: Powell hat den Congress in Bezug auf die Budgeterhöhung für die Sanierung nicht in die Irre geführt. Und warum hätte Powell das tun sollen? Wäre es tatsächlich zu einer „Geldwäsche“ gekommen, hätte man die entsprechenden Mittel auf Powells Konten finden müssen. Offensichtlich hat niemand etwas dergleichen gefunden, weil es eben keine „Geldwäsche“ gab. Zudem sei daran erinnert, dass es hier nicht um Jeromes Landhaus geht, sondern um eine öffentliche Institution. Powell hat zusätzliche Mittel für die Instandsetzung eines Regierungsgebäudes beantragt, nicht für privates Eigentum. Damit stellt sich erneut die Frage: Warum hätte Powell überhaupt ein Interesse daran haben sollen, das Budget „betrügerisch“ aufzublähen?
Meiner Ansicht nach wird Powell am Mittwoch als scheidender Sieger auftreten. Er ist dem Druck Trumps nicht nachgegeben, hat ganz Amerika gezeigt, dass die Fed unabhängig von politischem Einfluss agiert, und ein Beispiel für die übrigen Fed-Governors gesetzt, die nach seinem Ausscheiden im Amt bleiben. Am Mittwoch werden die Märkte seine „Siegesrede“ genau beobachten.
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin in einem Aufwärtstrend befindet (unteres Bild) und sich kurzfristig in einer korrektiven Struktur bewegt. Das Korrekturwellen-Set wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten verbessert. Andernfalls könnte sich von den aktuellen Niveaus aus ein neues abwärtsgerichtetes Wellen-Set auszubilden beginnen. Die Korrekturwelle haben wir bereits gesehen; von hier an wird alles vom Vertrauen des Marktes in einen erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen abhängen.
Das Wellenmuster für GBP/USD ist im Laufe der Zeit, wie von mir erwartet, klarer geworden. In den Charts sehen wir nun eine deutlich erkennbare dreiteilige Aufwärtsstruktur, die bereits abgeschlossen sein könnte. Trifft dies zu, ist mit der Ausbildung mindestens einer abwärtsgerichteten Welle (vermutlich d) zu rechnen. Der Aufwärtsabschnitt des Trends könnte eine fünfteilige Wellenform annehmen, wofür sich der Konflikt im Nahen Osten allerdings beruhigen statt neu entfachen müsste. Daher ist das Basisszenario für die kommenden Tage ein Rückgang in den Bereich der 1,34 oder etwas darunter. Auch hier wird wieder alles von geopolitischen Faktoren abhängen.
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