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In dieser Woche stehen die Sitzungen der European Central Bank, der Bank of England und der Federal Reserve an. Was ist von den Zentralbanken zu erwarten, und können wir mit einer Marktreaktion rechnen? Gehen wir der Reihe nach vor.
Die ECB wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % ihre geldpolitischen Parameter unverändert lassen, da die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten Chancen auf eine Beilegung des Konflikts bieten. Wie die vergangenen Wochen gezeigt haben, sind weder Teheran noch Washington daran interessiert, die Kriegshandlungen wieder aufzunehmen, was bereits ein positives Signal ist. Die Verhandlungen sind schwierig und inoffiziell, aber immer noch besser als gar keine Gespräche. Daher wird die ECB wahrscheinlich eine abwartende Haltung einnehmen. Verschlechtert sich die Lage im Nahen Osten nicht, besteht die Hoffnung, dass die Ölpreise nicht nochmals um das 1,5- bis 2‑Fache steigen. Folglich könnte sich die Inflation nicht weiter beschleunigen, und eine Straffung der Geldpolitik wäre eventuell nicht erforderlich.
Die US‑Notenbank hat keinerlei Bereitschaft signalisiert, ihre Politik im Jahr 2026 zu straffen. Das „falkenhafteste“ Szenario, das das FOMC umzusetzen bereit ist, besteht darin, die Zinsen in diesem Jahr nicht zu senken. Eine Lockerung der Geldpolitik steht hingegen nicht zur Debatte, da die Inflation in den USA im März im Jahresvergleich um 0,9 % angezogen hat. Entsprechend dürfte die Haltung der Fed in etwa lauten: Eine Lockerung der Geldpolitik wäre unklug, aber für eine weitere Straffung ist der Spielraum ebenfalls begrenzt. Hinzu kommt, dass dies die letzte Sitzung unter der Leitung von Jerome Powell sein wird. Es ist kaum zu erwarten, dass der FOMC‑Ausschuss kurz vor der Amtsübernahme des neuen Vorsitzenden, Kevin Warsh, in nur 2,5 Wochen, drastische Schritte unternimmt.
Es wird ebenfalls erwartet, dass die BoE beschließt, ihre geldpolitischen Parameter unverändert zu lassen. Derzeit gehen die Märkte davon aus, dass alle neun Mitglieder des MPC für eine Beibehaltung der Zinssätze stimmen werden. Da nur die BoE die Abstimmungsergebnisse veröffentlicht, hilft diese Information den Marktteilnehmern, die tatsächliche Stimmung der Zentralbank besser einzuschätzen. Bemerkenswert ist, dass die Inflation in Großbritannien im März nur um 0,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist und die Kerninflation sogar nachgelassen hat. Folglich dürfte die BoE nicht gerade in Hochstimmung sein, doch die März-Inflationsrate deutet auf einen schwachen Inflationsschock infolge des Krieges im Nahen Osten und des Ölangebotsknapps hin. Meiner Ansicht nach ist die BoE die Zentralbank mit der geringsten Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung.
Vor dem Hintergrund all dessen dürften alle drei Banken neutrale Entscheidungen treffen, doch nur die BoE wird Informationen zu den Abstimmungsergebnissen des MPC liefern, und wir können nicht wissen, welche Rhetorik die Zentralbankchefs wählen werden.
Auf Grundlage meiner Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet (wie im unteren Chart zu sehen), sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten verbessert. Andernfalls gehe ich davon aus, dass sich von den aktuellen Niveaus aus eine neue Abwärtswellen-Sequenz entwickeln kann. Wir haben eine Korrekturwelle gesehen; die weitere Bewegung wird davon abhängen, inwieweit der Markt an einen erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen glaubt.
Die Wellenstruktur des GBP/USD-Instruments ist im Laufe der Zeit, wie von mir erwartet, klarer geworden. In den Charts sehen wir nun eine deutlich erkennbare dreiwellige Aufwärtsstruktur, die bereits abgeschlossen sein könnte. Trifft dies zu, ist mit der Ausbildung von mindestens einer Abwärtswelle (vermutlich Welle d) zu rechnen. Der aufwärtsgerichtete Trendabschnitt könnte eine fünfwellige Form annehmen, doch dafür müsste sich der Konflikt im Nahen Osten abschwächen und nicht erneut aufflammen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Rückgang in den Bereich der 34er-Marke oder leicht darunter. Danach wird erneut alles von den geopolitischen Faktoren abhängen.
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