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Während der US-Dollar gegenüber dem Euro und dem Pfund leicht nachgegeben hat – eine Bewegung, die eher wie eine Korrektur als wie ein grundlegendes Problem für den Dollar wirkt – ist mir ein interessanter Bericht von Citadel Securities aufgefallen, der sich wie eine direkte Warnung an die Märkte liest: Das nächste ernstzunehmende Risiko für Händler ist eine Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen, und der wahrscheinlichste nächste Schritt der Fed ist eine Zinserhöhung.
Das Unternehmen nennt drei Faktoren, die dieses Szenario zunehmend wahrscheinlich machen: einen großen Investitionszyklus in den Bereich KI, eine Verschärfung der Bedingungen an den Energiemärkten und einen sich festigenden Arbeitsmarkt. Alle drei Faktoren treten gleichzeitig auf und verstärken sich gegenseitig.
Auf dem Arbeitsmarkt, dem zentralen Fokus der Fed, bedeuten niedrige Arbeitslosigkeit und ein begrenztes Arbeitskräfteangebot, dass jede weitere Beschleunigung das Risiko birgt, die Löhne über ein mit 2 Prozent Inflation vereinbares Niveau hinauszutreiben. Der Beschäftigungsbericht für Mai – +172.000 Stellen gegenüber einer Prognose von 85.000 – bestätigte, dass dieses Risiko nicht nur theoretischer Natur ist. Die Märkte preisen bereits bis Dezember einen Anstieg um 25 Basispunkte ein, und die Wahrscheinlichkeit eines früheren Schritts im September wächst.
Eine weitere beachtenswerte These betrifft die Inflation nach einer möglichen Wiederöffnung der Straße von Hormus. Das Unternehmen warnt, dass der Preisdruck selbst dann nicht automatisch verschwinden wird, wenn der Konflikt mit Iran gelöst wird. Während der Blockade abgebauten Lagerbestände müssen wieder aufgefüllt werden. Regierungen und Unternehmen, geprägt von der Energiekrise, werden größere strategische Reserven aufbauen und Lieferketten diversifizieren – ein struktureller Anstieg der Kosten in der gesamten Volkswirtschaft für viele Monate. Mit anderen Worten: Die Wiederöffnung der Straße wird zwar die geopolitische Prämie im Ölpreis verringern, den Inflationsdruck aber nicht vollständig beseitigen.
Ein letztes Risiko, das bisher nur wenig Beachtung findet, ist der politische Gegenwind gegenüber KI. Im Vorfeld der Zwischenwahlen im November ziehen Sorgen über Arbeitsplatzverluste, Energieverbrauch und Inflation zunehmende politische Aufmerksamkeit auf sich.
Für den Dollar ist das Bild eindeutig positiv. Zinserhöhungen der Fed in einem Umfeld einer widerstandsfähigen Konjunktur und anhaltender Inflation machen US-Anlagen für globale Investoren attraktiver – der Renditeabstand zwischen den Vereinigten Staaten und anderen großen Volkswirtschaften wird sich ausweiten. Sollte die EZB nach einer Erhöhung im Juni pausieren, während die Fed weiter strafft, würde diese geldpolitische Divergenz den Dollar gegenüber dem Euro und anderen Währungen der Industrieländer begünstigen. Für Schwellenländer bedeuten ein stärkerer Dollar und höhere US-Zinsen Kapitalabflüsse und Druck auf die lokalen Währungen – ein Muster, das sich bereits abzeichnet.
Technischer Ausblick für EUR/USD
Käufer von EUR/USD sollten den Bereich um 1,1550 ins Visier nehmen. Dies würde einen Test von 1,1580 ermöglichen, und von dort aus könnte das Paar 1,1600 erreichen, auch wenn ein Anstieg über dieses Niveau hinaus ohne Unterstützung durch große Marktteilnehmer schwierig wäre. Das weiter entfernte Ziel ist das Hoch im Bereich von 1,1625. Auf der Unterseite würde erst ein substanzielles Kaufinteresse um 1,1530 größere Akteure zu Handlungen veranlassen; bleibt dieses aus, wäre es ratsam, auf ein neues Tief bei 1,1505 zu warten oder Long-Einstiege ab 1,1480 in Betracht zu ziehen.
Technischer Ausblick für GBP/USD
Für GBP/USD müssen Käufer des Pfunds den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3370 überwinden, um 1,3405 ins Visier zu nehmen; ein Ausbruch über dieses Niveau könnte sich als schwierig erweisen, mit einem weiteren Ziel bei 1,3440. Fällt das Paar, werden die Bären versuchen, bei 1,3335 die Kontrolle zu übernehmen. Ein klarer Bruch unter 1,3335 dürfte Long-Positionen erheblich beschädigen und GBP/USD in Richtung 1,3300 drücken, wobei das Abwärtsrisiko sich bis 1,3285 erstrecken könnte.
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